Max Ernst – Geburtsstadt eines Jahrhundertkünstlers

Maximilian Maria Ernst, so der volle Name des berühmten Künstlers Max Ernst, kam 1891 in der Schlossstadt Brühl zur Welt. Als Kind eines Taubstummenlehrers und Laienmalers geriet er schon früh in ersten Kontakt mit der Malerei und ist ein international anerkannter Künstler des Surrealismus und Dadaismus.

Logo des Max Ernst Museums (c) Max Ernst Museum Bruehl des LVR

Zu Ehren des Künstlers

Nachdem Max Ernst 1966 zu seinem 75. Geburtstag die Ehrenbürgerschaft der Stadt Brühl ablehnte, überlegte sich seine Heimatstadt, wie sie den Streit mit dem Künstler beilegen konnte. 1971 wurde dieser Streit beendet, als die Stadt sich entschloss, jedes Jahr den Kunstpreis „Max-Ernst-Stipendium“ an junge Künstler zu vergeben, die ihre Ausbildung noch nicht beendet haben. Im Zuge dieser Ehrung stiftete Max Ernst Figuren für einen Brunnen, der noch heute vor dem Rathaus der Stadt steht.

Da das Werk des Künstlers aber sehr umfassend ist, entschloss sich die Stadt Brühl im Jahr 2002 ein Museum zu Ehren des berühmten Künstlers zu errichten, in dem seine Werke in einer Dauerausstellung der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden sollten.

Max Ernst Museum (c) Haus am See B&B 940x375

Eine Verbindung aus Alt und Neu

In nächster Nähe des Schloss Augustusburg und seiner Parkanlage befindet sich der neue Gebäudekomplex des Max Ernst Museums. Das dreiflügelige, klassizistische Gebäude umfasst zusätzlich einen zentralen Glaspavillon, ein in der Luft „schwebendes“ Eingangsplateau und zahlreiche Veranstaltungs- und Ausstellungsräume. Das Museum ist eine Wiederherstellung des denkmalgeschützten „Brühler Pavillon“, ein Ausflugslokal aus dem Jahre 1844, das auch von Max Ernst in seinen frühen Jahren besucht wurde. Ausgezeichnet wurde der neue Gebäudekomplex als „vorbildliches Bauwerk im Lande Nordrhein-Westfalen“, da es den vorhandenen Altbau durch neue Elemente der zeitgenössischen Architektur zu vereinbaren wusste.

Das Leben des Max Ernsts

In diesem neuen Museum finden sich ungefähr siebzig Schaffensjahre von Max Ernst, von seiner frühen dadaistischen Zeit im Rheinland, über seine Beteiligung an der surrealistischen Bewegung in Frankreich bis zu seiner Rückkehr nach Europa 1953 nach seinem Exil in Amerika. Zusätzlich zu diesen Bildern besitzt das Museum auch die ehemalige Sammlung Schneppenheim, wodurch das Museum um das nahezu vollständige grafische Werk des Künstlers bereichert wird.

Das „Herzstück“ der Ausstellung sind die 36 Bilder „D-paintings“, die seiner letzten Ehefrau Dorothea Tanning gewidmet sind. In diesen Geburtstags- und Liebesgeschenken findet sich in jedem Stück der Buchstabe D. Abgerundet wird die Sammlung durch über 700 fotografische Dokumente, die das Leben Max Ernsts nachzeichnen.

Weitere Ausstellungen

Um einen weiteren Einblick in das Leben des Jahrhundertkünstlers zu gewähren, werden halbjährlich Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen ausgestellt. So kann man beispielsweise Werke seiner Künstlerfreunde beschauen, sowie das Werk des jungen Künstler, der in dem jeweiligen Jahr das Stipendium erhalten hat.

Sein Geburtshaus – Fantasie Labor

Im Geburtshaus des Künstlers, das 2008 renoviert und mit einem Anbau versehen wurde, finden noch heute Workshops im Zeichen der Kunst statt. „Fantasie Labor“ wird dieses Projekt genannt und fördert neben dem kreativen Denken auch den Gemeinschaftssinn in zahlreichen Workshops. Dabei sollen die Werke Max Ernsts als Inspirationsquelle dienen und die eigene Fantasie beleben. Dieses Projekt richtet sich an alle Altersklassen, die sich gerne kreativ ausleben möchten.

Allgemeine Informationen

Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag ab 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet und kostet für Erwachsene 6€ und ermäßigt 3,50€.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungsangeboten und Führungen finden Sie hier.